Auf einer Strecke von mindestens zehn Kilometern lässt es sich quer durch das Locarnese wunderbar rollen. Nur der Übergang in Tenero vom See bis auf den Feldweg könnte für Anfänger mühsam werden

AUF INLINESKATES DURCH DIE EBENE VON LOCARNO NACH CUGNASCO

von Antje Bargmann
Der erste Abschnitt der Route führt von Locarno am See entlang nach Tenero

Das Tessin als Eldorado für InlineSkater zu bezeichnen, wäre sicher etwas übertrieben. Solange sich noch kein “alpines Rollschuhfahren” durchgesetzt hat, bei dem man auf Skates so lange die Serpentinen hinab düst bis die Funken fliegen, kann der Südkanton der Schweiz nur punktuell geeignete Strecken bieten. Diese laden aber dank der milden Temperaturen im Herbst und der herrlichen Natur zu einem Ausflug der Sonderklasse ein. Wer also im Moment nicht weiss, mit welchem Hobby er das saisonale Vakuum zwischen Strand und Skipiste ausfüllen soll, könnte es einmal mit Inlineskaten probieren. Immerhin schont der Sport im Gegensatz zum Joggen die Gelenke, vorausgesetzt natürlich man verliert beim Fahren nicht das Gleichgewicht. Aber dann gibt es ja immer noch die Schutzkleidung (Knie, Hände, Ellenbogen), für die sich die kleine Zusatzinvestition sicher lohnt.  Die Route, die hier vorgestellt werden soll, geht von Locarno am See entlang bis nach Tenero, dann weiter durch die Magadinobene bis zum “agriturismo” Cantina Pian Marnino bei Cugnasco. Die Strecke lässt sich zum überwiegenden Teil auch von Anfängern ganz gut meistern, weder steile Gefälle noch viel befahrene Autostrassen müssen überwunden werden. Einziger Knackpunkt ist der Übergang vom See in die Ebene, bei dem es, nahe des “Centro Tenero”, etwa 200 Meter mit leichter Neigung zu überwinden gilt. Im Zweifelsfall befährt man lieber nur eine Teilstrecke. Für den gesamten Weg bedarf es ohnehin einer sehr guten Kondition, zumal man ja seine Kraft auch noch für den Rückweg braucht.

Locarno bis Tenero (ca. 4 km)

Der Startpunkt der Gesamtroute ist das Lido Locarno. Entlang der Strasse, die an Sportplatz und Strandbad vorbei bis hin zum Maggia-Delta führt, lässt sich gut parken. Zudem hält der Bus dort. Auf dem geteerten Radweg geht es am Seeufer entlang in Richtung Zentrum. Bis zum Schiffsanleger sollte die Strecke nicht allzu befahren oder belaufen sein. Je nach Tag und Uhrzeit könnte sich das aber ändern, sobald man in Muralto um die Kurve kommt und – weiterhin am See entlang – dem Radweg oder der Promenade in Richtung Minusio und Tenero folgt. Ein Sonntagnachmittag bei schönem Wetter eignet sich wegen der zu erwartenden Menschenmassen weniger für diesen Teil der Strecke. Zu beachten ist zudem, dass ab Minusio an einigen Stellen eine “Geschwindigkeitsbegrenzung” von 5 km/h gilt (Achtung Bodenwellen!).  Am kleinen Hafen und Parkplatz in Tenero angelangt, fährt man am besten durch die Unterführung unter der Schnellstrasse und hält sich anschliessend rechts. (Nicht nach links in die zweite Unterführung biegen). Die Strasse “Via Tre Case” lässt sich bis zum Ende fahren (Übergang in Via Cartiera), auf diese Weise gelangt man, noch bequem, bis hinter das “Centro Tenero”. Hier müsste man links, auf dem Fussgängerweg, in die Via delle Ressighe einbiegen (oder kurz vorher quer über die Parkplätze), am Einkaufszentrum vorbei, ca 200 Meter bis zum Kreisel leicht abwärts rollen (Nur wer bremsen kann!), um dann den Weg rechts unter der Schnellstrasse durch zum Haupteingang vom Jugendsportzentrum fortzusetzen. 

Tenero bis Gerra Piano (ca. 4 km) Vom Sportzentrum aus (ab Haupteingang) geht der Weg wenige Meter an der (nicht stark befahrenen) Strasse (Via Brere) entlang: Erst rechts halten und dann mit der Vorfahrtstrasse nach links abbiegen. Geradeaus würde es hier zu den Stränden von Tenero gehen, im Sommer sicher eine gute Gelegenheit für eine Apéro-Pause. Um zur Magadino-Ebene zu gelangen, muss man aber am kleinen Fussballplatz vorbei, über die Brücke und dann die nächste Strasse nach rechts einbiegen. (Parallel dazu verläuft an dieser Stelle die Schnellstrasse). Von dort aus einfach geradeaus der Strasse folgen. Ein Parkplatz auf der linken Seite eignet sich auch gut als Startpunkt. Der Weg führt ab sofort durch die Felder der MagadinoEbene, Autos haben (theoretisch) keine Durchfahrtserlaubnis. Nur Landwirte und Anlieger kommen einem entgegen – und sehr viele Radfahrer.  Bis nach Gerra Piano geht es jetzt ganz entspannt voran, durchaus auch mit höherer Geschwindigkeit. Die einzige kleine Herausforderung ist die Unterführung auf Höhe des Flughafens unter der Kantonsstrasse durch: Mutige können sich einfach rollen lassen (Vorher auf Gegenverkehr achten!), ansonsten lässt sich es sich bergab auch ein Stück an der Wand entlang tasten. Nach der Eisenbahnbrücke, in Gerra Piano, führt der Weg (leicht ansteigend) durch ein Wohngebiet mit wenig Verkehr. Ganz am Ende, an der T-Kreuzung folgt man nach rechts dem Hinweisschild “Camping” über den kleinen Damm  – ein paar Meter geht die Strasse hier ganz leicht bergab (für Fussgänger nicht spürbar, für Inlineskater schon).

Gerra bis Cugnasco (ca. 1,5 km) Nach hundert Metern folgt man der Strasse nach links, vorbei am Campingplatz – und wieder hinaus ins Feld. Wer genau hinhört, kann auch im Oktober noch, an einem sonnigen Tag, hier die Grille zirpen hören. Von jetzt an immer der ausgeschilderten “Route 3” folgen.

Ab der nächsten Weggabelung lässt sich ein grosser Abschluss-Bogen vorbei an der “Cantina San Marnino” fahren. Hier endet die Strecke – zumindest für alle Duchschnittsfahrer. Denn der schmale Weg, der Radfahrer weiter in Richtung Bellinzona bringt, wird nach 100 Metern – ab der kleinen Holzbrücke – wegen seiner Unebenheiten zur grösseren Herausforderung.