Der Wetterradar auf dem Monte Lema wird als erster des nationalen Netzwerks auf den neusten technischen Stand gebracht

“NO LEMA” SAGT DAS RADARBILD

von Niklaus Starck
MeteoSchweiz investiert in die Verbesserung von Wettervorhersagen

Seit einigen Tagen erscheint auf der Karte des Wetterradars von MeteoSchweiz im Internet über der Südschweiz eine dunkle Fläche mit dem Kommentar „no Lema“. Was ist passiert? – Seit Beginn der 1990er Jahre betreibt MeteoSchweiz, genauer das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz, an drei Standorten Radarstationen. In der Deutschschweiz auf dem Albis, in der Romandie auf La Dôle und im Tessin auf dem Monte Lema. Diese drei Stationen decken den grössten Teil des Schweizer Territoriums ab und liefern rund um die Uhr Daten über die Niederschlagstätigkeit (Regen, Schnee und Hagel). Diese Daten werden von Flughäfen und meteorologischen Diensten ausgewertet und für die Beurteilung und Darstellung von Wettersituationen und zu Forschungszwecken verwendet. Das Funktionsprinzip dieser Stationen ist einfach erklärt: Eine sich drehende Antenne sendet elektromagnetische Signale aus, die von Regentropfen, Schneeflocken oder Hagelkörnern reflektiert werden. Diese Reflektionen und ihre zeitlichen Verzögerungen geben Auskunft über Entfernung und Intensität von Niederschlägen. Die Anlage auf dem Monte Lema kam im September 1993 in Betrieb, ihre Reichweite erstreckte sich weit über die Landesgrenze hinaus bis zum Golf von Genua. Am vergangenen 4. April nun wurde die Station auf dem Monte Lema aus dem Netz genommen – „no Lema“. Die Anlage wird, als erste der drei in der Schweiz bestehenden, abgebaut und durch eine neue, hoch moderne ersetzt. Rechtzeitig zum Beginn der Gewittersaison im Sommer, soll der neue Radar Anfang 2011 in Betrieb genommen werden. Im Herbst 2011 ist der Ersatz der Anlage auf La Dôle vorgesehen, im Frühling 2012 wird auf dem Albis umgebaut. Die Vorteile des optimierten Radarmessnetzes liegen auf der Hand. Neu können Bilder im 5Minuten-Takt erzeugt werden, früher lagen die Intervalle bei 20-30 Minuten. Die räumliche Auflösung erhöht sich auf das Doppelte, von zwei auf einen Kilometer. Die bisher eingeschränkten Kartenausschnitte werden in alle Richtungen erweitert und die Intensitätsklassen von 16 auf 256 verfeinert. Zu diesen technischen Verbesserungen kommt die für die Jahre 2013 und 2014 geplante Erweiterung des nationalen Radarnetzwerks um zwei Stationen im Wallis und im Bündnerland. Nicht die technische Optimierung steht bei dieser Erweiterung im Vordergrund, sondern die Verfügbarkeit des Gesamtsystems. Ein „no Lema“ wird dann definitiv der Vergangenheit angehören.