EIN PLATZ FÜR DAS WERK VON ERICH LINDENBERG

Der neue Standort der Sammlung findet sich im Museumsprojekt Villa Pia in Porza

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MITTEN im überschaubaren Porza findet sich ein kleines Juwel: die Villa Pia, ein ehemaliger herrschaftlicher Landsitz. In der renovierten Villa, die über einen schönen Garten mit weitläufigem Blick auf Lugano und den See verfügt, ist die Erich Lindenberg Kunststiftung untergebracht. Im Mai 2008 wurde die Stiftung von Mareen Koch gegründet, und Tiziana Lotti Tramezzani fungiert als Betreuerin des Nachlass-Archivs. Ziel der Stiftung ist es, “das künstlerische Werk Lindenbergs zu bewahren, es wissenschaftlich aufzuarbeiten und einem breiten Publikum zu präsentieren”. Öffentlich zugänglich ist das Kulturhaus seit Ende April dieses Jahres. Ein Besuch lohnt sich. Zumal derzeit gleich zwei Ausstellungen zu besichtigen sind. Im Erdgeschoss hängen unter dem Titel “Tracce di luce – Spuren des Lichts” Fotografien von Roberto Pellegrini. Sie zeigen die leeren, aber geschichtsträchtigen Räume der Villa vor der Renovierung. Es sind Bilder, die zu einem direkten Vergleich zwischen gestern und heute einladen.

In den beiden oberen Stockwerken gibt die Retrospektive einen kleinen Überblick über das umfangreiche Œuvre – dazu gehören Ölgemälde, Aquarelle, Pastelle, Zeichnungen und Fotografien – des 2006 in seinem Berliner Atelier verstorbenen deutschen Malers Erich Lindenberg. (Wer Zweifel hat, bekommt im kleinen Museumsshop anhand eines ausliegenden Buches die Bestätigung: Es handelt sich um den Bruder von Udo Lindenberg.) Zu den in Porza ausgestellten Arbeiten zählen einige der Schattenbilder Erich Lindenbergs. Sie zeigen Formen kurz vor ihrem Verschwinden, “geringste zufällige Licht-Schatten-Eindrücke”. In der Retrospektive sind ausserdem Werke zu finden, in denen sich der Maler mit der Stellung der menschlichen Figur – liegend, sitzend oder stehend – im Raum befasst, Raumbilder und einige seiner zahlreichen Stillleben, darunter archaisch anmutende Bilder von Mensch- und Tierschädeln.

Mehr über den Maler und dessen Kunst erfährt man in dem im Museum erhältlichen Katalog “Erich Lindenberg – Die Sammlung der Erich Lindenberg Stiftung”. In dem Sammlungsverzeichnis widmen sich namhafte Autoren in fundierten Beiträgen den einzelnen Schaffensphasen des Künstlers. Auch erstehen kann man ein Buch mit den Fotografien zur Entstehung der Villa Pia. Beide Ausstellungen laufen bis 9. September und können jeweils sonntags von 14.00 - 18.00 und dienstags von 10.00 - 18.00 Uhr besichtigt werden. Weitere Informationen: www.fel-porza.ch, info@fel-porza.ch.

Erich Lindenberg Kunststiftung, Villa Pia, Via Cantonale 24, Porza.