FESTTAG ZU EHREN VON ROBERTO DONETTA

Vor 150 Jahren erblickte in Corzoneso im Bleniotal ein Junge namens Roberto Donetta das Licht der Welt. Carlo und Maria Donetta wurden so Eltern ihres vierten Jungen. Dieser runde Geburtstag des später bekannt gewordenen Blenieser Fotografen Roberto Donetta soll gebührend gefeiert werden. Deshalb lädt am Samstag, 6. Juni, die Fondazione Archivio Roberto Donetta die Bevölkerung zu einem Fest ein, bei welchem an das Lebenswerk von Donetta erinnert werden soll. Der Anlass wird bei jedem Wetter durchgeführt. Die Strasse nach Casserio ist ab 11.00 Uhr gesperrt: Zwischen Corzoneso Paese und Casserio verkehrt ein Gratis-Shuttlebus. Um die Mittagszeit wird das Festzelt geöffnet. Bei schönem Wetter finden um 12.30, 14.00 und 15.30 Uhr geführte Besichtigungen zum Sass dra Madòna statt, wo fotografiert wird. Anmelden kann man sich vor Ort. Ausserdem führt Alfonso Zirpoli um 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr in die Kunst der Fotoentwicklung in der Dunkelkammer der Casa Rotonda ein. Auch hier kann man sich vor Ort anmelden. Ab 13.30 Uhr werden verschiedene Aktivitäten rund um die Fotografie veranstaltet: In der Casa Rotonda gibt es eine Führung durch die Fotoausstellung von Ferdinando Gianella (1837-1917), in der Casa Arcioni werden unter “The Best of Donetta” die schönsten Bilder von Donetta gezeigt, in der Kirche San Giuseppe werden Filme über Donetta und Edgardo Gandolfi projiziert, auf der Piazzetta Casa Arcioni führt Nicolas Boria ein Fotoatelier durch und ausserhalb der Casa Rotonda sind alte Fotoapparate und deren Zubehör zu bewundern. Musikalisch geht es um 18.00 Uhr mit dem Konzert der Vox Blenii weiter und gastronomisch um 19.00 Uhr mit der offerierten Makkeronata. Einfach hatte es Roberto Donetta nicht im Leben. Mit Teodolinda Tinetti hatte er sieben Kinder. Der 1865 geborene Blenieser sah sich als junger Mann gezwungen, seine Heimat zu verlassen, um die neunköpfige Familie zu ernähren. Als Marroni- und Samenverkäufer fristete er ein hartes, entbehrungsreiches Leben. Ehefrau und Kinder verliessen ihn schliesslich trotzdem, um nach Frankreich auszuwandern. Was ihm blieb, war seine Leidenschaft für die Fotografie. Seine Bilder geben nostalgische Einblicke in den damaligen Arbeitsalltag, in das gesellschaftliche Leben und die natürliche Schönheit des Sonnentals. Vor allem aber beweisen sie, was für ein begnadeter Künstler Donetta doch war. Die beeindruckend hohe Qualität seiner Werke lässt ihn zu einem der besten Tessiner Fotografen seiner Zeit werden, wofür er zeitlebens leider nicht anerkannt wurde. Er starb mit 67 Jahren allein und in Armut.

150. Geburtstag vom Blenieser Fotografen Roberto Donetta, umfangreiches Festprogramm mit geführten Rundgängen, Musik und Makkaronischmaus, 6. Juni, 12.00-21.00 Uhr in Corzoneso.